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 Appell an unsere Bischöfe: "Stehen Sie zum Papst und zum Zölibat" _ 2011-01-25 

Am 22. Januar 2011 berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, eine Reihe katholischer Unionspolitiker habe die deutschen Bischöfe
aufgefordert, sich für die Weihe von verheirateten Männern zu Priestern einzusetzen. Diese Forderung wird von den besagten CDU-Politikern
mit dem Priestermangel begründet.

Dazu erklären die Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum e. V. und
die Initiative Pro Sancta Ecclesia e.V.:

  • Die Ehelosigkeit oder der Zölibat ist im Kirchenrecht der katholischen Kirche, dem Codex Iuris Canonici von 1983, für Kleriker (Bischöfe,
    Priester) verpflichtend vorgeschrieben (CIC 277 §1, CIC 1037). Die Wertschätzung des Zölibats und die Zölibatsverpflichtung ist zudem in
    den Texten des II. Vatikanischen Konzils zu finden: Lumen gentium Nr. 42, Optatam totius Nr. 10, Presbyterorum ordinis Nr. 16. Auch auf
    der II. und XI. Ordentlichen Generalversammlung der Weltbischofssynode in Rom 1971 und 2005 sprach sich die Mehrheit der Bischöfe
    für die Beibehaltung des Zölibats aus (2005 waren ca. 4/5 der Bischöfe für den Zölibat der Priester, eine überwältigende Mehrheit,
    siehe kathpedia.com/index.php/Ehelosigkeit).
  • Christus selbst rät jenen, die ihm in besonderer Weise nachfolgen wollen, zur Ehelosigkeit: „Wer das erfassen kann, der erfasse es!“
    (Mt 19,12) und Paulus bekräftigt diesen Rat (vgl. 1 Kor 7).
  • Zwar ist in der Gegenwart die Zahl der Priesterberufungen in Mitteleuropa tatsächlich stark zurückgegangen, doch weist vieles darauf hin,
    dass dieser Rückgang nur in geringem Umfang dem Zölibat anzulasten ist.
  • Die Gemeinschaften nämlich, welche die Liturgie in der außerordentlichen Form feiern, können über zahlreiche Priesterberufungen berichten.
    Und gerade die strengsten Orden mit Keuschheitsgelübde erfreuen sich eines regen Zustroms. Ein Beispiel ist das Trappistenkloster Novy
    Dvur in Tschechien, eine Gründung der letzten Jahre. In kurzer Zeit hat sich die Trappisten-Gemeinschaft „mehr als verdoppelt, der Alters-
    durchschnitt halbiert. Wie kann das sein? Wie kann –zumal in einem Land mit weniger als 25 Prozent Katholiken, einer der strengsten Orden
    der katholischen Kirche für junge Menschen attraktiv sein?“ (Die Tagespost, 22.01.11)
  • Da, wo man die Heiligkeit Gottes noch begreift, da wird der Zölibat, die Ganzhingabe an Christus attraktiv. Der Priester lebt nämlich nicht nur
    aus paktischen Gründen zölibatär (ein hl. Pfarrer von Ars ist in seiner Hingabe an die ihm anvertrauten Seelen verheiratet so nicht denkbar,
    allein schon aus praktischen Gründen), sondern aus einer tiefen Ergriffenheit, die das Profane übersteigt. Die Salbung des Geistes befähigt
    den Priester, “in persona Christi Capitis”, in der Person Christi, des Hauptes, zu handeln. Er „repräsentiert“ somit Christus, auch in seiner
    Ehelosigkeit. Dabei handelt der Priester niemals im Namen eines Abwesenden, sondern in der Person des auferstandenen Christus selbst,
    der sich mit seiner real wirksamen Tätigkeit gegenwärtig macht. Christus handelt wirklich und realisiert das, was der Priester nicht tun könnte
    – die eucharistische Wandlung und die Vergebung der Sünden (vgl. Ansprache Benedikts XVI., im Bericht von kath.net/detail.php?id=26375).
  • Schwer wiegt bei dem Rückgang der Priesteramtskandidaten daher die geänderte Sicht des Priestertums im Bewusstsein der meisten
    Menschen: Sie sehen in ihm in erster Linie einen Gemeindevorsteher oder Katecheten, wenn nicht gar eine Art von Sozialarbeiter.
    Für diese Funktionen bedarf es in der Tat keines verpflichtenden Zölibats. Wo diese gebrochene Sicht des Priestertums Einzug gehalten hat,
    da wird es kaum Priesterberufungen geben.
  • Abschließend läßt sich feststellen: Eine Aufgabe des Zölibats löst die grundlegenden Probleme des Priestermangels nicht, sondern schafft
    neue schwerwiegende Probleme. Das zeigt das Beispiel der protestantischen Pastoren mit ihrer überproportionalen Scheidungsrate.
    Selbst die sogenannten evangelischen „Bischöfinnen“ sind fast alle geschieden.

Diese und andere Probleme wären mit Sicherheit auch im katholischen Bereich unausweichlich.

Daher appellieren wir an unsere Bischöfe:

  • Halten Sie in Übereinstimmung mit Papst Benedikt XVI. auch in der öffentlichen Auseinandersetzung am Zölibat fest.
  • Sorgen Sie in der Verkündigung sowie in der Priesterausbildung in Seminarien und Universitäten dafür, dass wieder das genuin
    katholische Priesterbild vermittelt wird.
  • Begegnen Sie den mit der überlieferten Liturgie verbundenen Katholiken wohlwollend, aus deren Reihen schon jetzt eine weit
    überproportionale Zahl an Priester- und Ordensberufungen hervorgeht.

München, den 22. Januar 2011
Die Vorsitzenden der Initiative Pro Sancta Ecclesia e. V. und der Vereinigung der Initiativkreise katholischer Laien und Priester im deutschen
Sprachraum e. V.
Gregor Hausmann und Raoul Meurer

 Drei Jahre Motu proprio “Summorum pontificum” _ 2010-09-09 

Vorläufige Bilanz: Erfahrungen deutschsprachiger Katholiken.

Gemeinsame Erklärung von Pro Missa Tridentina, Pro Sancta Ecclesia und Una Voce Deutschland

Am 14. September 2007 trat das Motu proprio „Summorum pontificum“ in Kraft. Darin heißt es:

Das vom heiligen Pius V. promulgierte und vom seligen Johannes XXIII. neu herausgegebene Römische Meßbuch hat … als außerordentliche
Ausdrucksform der­selben „Lex oran­di“ der Kirche zu gelten, und aufgrund seines verehrungswür­di­gen und alten Gebrauchs soll es sich der ge-
botenen Ehre erfreuen…. [Es ist] erlaubt, das Meßopfer nach dieser niemals ab­­geschafften Editio typica des Römischen Meßbuchs als außer­-
ordentliche Form der Liturgie der Kirche zu feiern.

Die Pfarrer haben die Bitten von Gläubigen, die der früheren Li­turgie anhängen, die heilige Messe nach dem im Jahr 1962 herausgegebenen
Römischen Meß­buch zu feiern, bereitwillig aufzunehmen. (MP SP  Art. 5 § 1)

Wo irgendeine Gruppe von Laien durch den Pfarrer nicht erhalten sollte, worum sie nach Art. 5 § 1 bittet, hat sie den Diözesanbischof davon in
Kenntnis zu setzen. Der Bischof wird nachdrücklich ersucht, ihrem Wunsch zu entsprechen. Wenn er für eine Feier dieser Art nicht sorgen kann,
ist die Sache der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ mitzuteilen.

In den ersten beiden Jahren erlebte die Feier der heiligen Messe und der anderen Sakramente nach den Büchern von 1962 v.a. in Deutschland
ein stür­mi­sches Wachstum: 
Von 35 Orten im deutschen Sprachraum (Juni 2007) auf 198 im August 2009  – das ist eine Steigerung um 470 Prozent. Im dritten Jahr hat sich
die Zahl der Orte nur um 5 auf 203 erhöht, obwohl sich noch viele Gruppen von Gläubigen um Meßfeiern in dieser außerordentlich schönen,
ehrfürch­tigen und feierlichen Form bemühen. Immer wieder berichten engagierte Priester und Gläubige über gravierende, teils offensichtliche,
teils verdeckte Verstöße gegen Bestim­mungen des Motu proprio „Summorum pontificum“. Wir tun alles in unserem Vermögen Stehende dazu,
diese Gruppen zu unterstützen.

Wir bedanken uns bei Papst Benedikt XVI. für seine mutige Initiative, denn er wußte und weiß sehr gut, wie mühsam es ist, die Liturgie in Kontinuität
zur Praxis der Kirche in über 1000 Jahren zu erneuern. Deshalb werden wir den Heiligen Vater stets in unser Gebet einschließen und nach Kräften
in dem Bemühen unterstützen, daß die Kirche Chri­sti der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult dar­bringt, „zum Lob und Ruhme Seines Namens“
und „zum Segen für Seine ganze heilige Kirche“.

Die Arbeit der im deutschen Sprachraum tätigen Organisationen, die sich für die Umsetzung des Motu proprio „Summorum pontificum“ einsetzen,
wird vollständig durch Spenden finanziert. Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung durch Ihr Gebet und Ihre Spende.

Pro Missa Tridentina - Spendenkonto-Nr: 2931476, BLZ 600 501 01 (Stuttgart)
Pro Sancta Ecclesia - Spendenkonto-Nr: 9089046, BLZ 740 500 00 (Passau)
Una Voce Deutschland - Spendenkonto-Nr: 193320-438, BLZ 360 100 43 (Essen)

 

 Erklärung zur EU-Gesundheitspolitik _ 2009-04-11 

Gemeinsame Erklärung von Initiativkreisvereinigung und Pro Sancta Ecclesia:

Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments hat mehrheitlich ein Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht, das den Kampf gegen Tausende
„seltener Krankheiten“ zum Ziel hat. (s. Anl.) 

Bei den dafür zu ergreifenden Mitteln ist jedoch weniger von Heilung als vielmehr von „Ausmerzung“ und „Selektion“ die Rede. In diesem Zusammen-
hang wird ausdrücklich auch auf ökonomische Erwägungen verwiesen. Damit wird das Leben von vielen Millionen ungeborenen Kindern bedroht.
Indirekt wird damit aber auch ca. 30 Millionen Europäern, die an solchen Krankheiten leiden, vermittelt, dass deren Geburt eigentlich hätte verhindert
werden müssen.
Wir fordern die deutschen und österreichischen Parteien auf, jenes Gesetzesvorhaben unter Einsatz all ihrer Möglichkeiten zu verhindern. Der oft
beschworene Kampf gegen die verbrecherische, menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus kann und muss sich hier in der Tat
bewähren. Im Hinblick auf die kommende Wahl des Europaparlaments erklären wir mit Nachdruck: Parteien, die in dieser Frage keine eindeutige
Haltung zeigen, sind für überzeugte Christen nicht wählbar.
An die deutsche und österreichische Bischofskonferenz appellieren wir, sich bei der Abwehr jener drohenden Gefahr an die Spitze zu stellen und
auch die übrigen Bischofskonferenzen der EU-Staaten in diesem Sinne zu alarmieren.
München, Karsamstag, den 11. April 2009
(Dr. Wolfgang Graf, 1. Vorsitzender)
Pro Sancta Ecclesia, Postfach 21 06, D-94011 Passau

 

 Papst Benedikt XVI., ein großer Papst, ein klarer Kurs _ 2009-02-04 

Mit großer Dankbarkeit begrüßen die glaubens- und kirchentreuen Katholiken das Wirken von Papst Benedikt XVI.
Die manipulative Medienkampagne 
mit ihren maßlosen Schmähungen wird uns in der Treue zum Nachfolger des hl. Petrus nicht wankend machen.
Die Worte gerade dieses Papstes werden von allen unvoreingenommenen großen Denkern der Gegenwart, welche Weltanschauung sie sonst auch 
haben mögen, mit Ernst und Aufmerksamkeit wahrgenommen und bedacht. Er prägt daher den geistigen Diskurs der Gegenwart entscheidend mit.

Gleichzeitig vermag er jedoch die Herzen der Menschen guten Willens, ob sie nun außerhalb oder innerhalb der Kirche stehen, für die Botschaft Christi
aufzuschließen.
Vielleicht ist es diese in der Nachfolge Christi stehende Haltung liebender Zuwendung gerade auch zu den Irrenden und Verirrten, die bei den Gegnern
Christi und der Kirche Hass und Feindschaft ausgelöst haben. Die Aufhebung der Exkommunikation von vier Weihbischöfen rechtfertigt jedenfalls nicht
die Anwürfe der gegenwärtigen Kampagne gegen den Papst.
Dabei ist festzuhalten: Die Äußerungen von Weihbischof Williamson zur nationalsozialistischen Judenvernichtung sind aufs schärfste zurückzuweisen,
weil sie der historischen Wahrheit, dem Andenken der Ermordeten und der christlichen Liebe Gewalt antun.
An der klaren Haltung zu Ungeist und Verbrechen des Nationalsozialismus kann aber bei Papst Benedikt XVI. und all seinen Vorgängern kein Zweifel
bestehen. Wieder und wieder – und auch im vorliegenden Fall – hat sich der Papst dazu in Rom und auf seinen Reisen geäußert.
Hier jedoch geht es um einen innerkirchlichen Vorgang:
Wegen ihrer ohne päpstliche Erlaubnis erfolgten Bischofsweihe zogen sich die vier Weihbischöfe der Piusbruderschaft 1988 die Exkommunikation als
Strafe zu. (vgl. Can 1382 des Kirchenrechts) Das Kirchenrecht bestimmt aber auch, dass einem Täter „der Nachlass nicht verweigert werden“ kann,
der seine Widersetzlichkeit aufgegeben hat (vgl. Can 1358).
Nachdem die vier Weihbischöfe in einem Brief um die Aufhebung gebeten hatten, konnte der Papst also nicht anders handeln. Auch die aus entsprech-
endem Anlass erfolgte Exkommunikation der meisten chinesischen Bischöfe der sog. „patriotischen Vereinigung“ wurde von ihm aufgehoben – ohne
jedes Medienecho. Der Papst handelt damit genau nach der Anweisung Christi. Christus selbst sagt einerseits, dass ein Missetäter aus der Kirche
auszuschließen sei (Mt 18,17f). Andererseits ist dem reuigen Sünder zu vergeben, und zwar nicht nur siebenmal, wie Petrus meinte, sondern sieben-
undsiebzigmal (Mt 18,21f). Das bleibt denen gegenüber festzuhalten, die meinen, Weihbischof Williamson habe keine Vergebung verdient.
Wer von uns hat schon Vergebung „verdient“? Die vier Weihbischöfe dürfen also jetzt wieder rechtmäßig die Sakramente empfangen. Das ist alles.
Weil aber alle anderen von Rom gegen die Priesterbruderschaft St. Pius X. verhängten Sanktionen augenblicklich noch bestehen, appellieren wir an
deren Verantwortliche und die mit ihnen verbundenen Gläubigen: 
„Nach den weitgehenden Zugeständnissen, die der Papst gemacht hat, ist es eine Pflicht der Dankbarkeit und eine Forderung der Vernunft, mit ihm zu
einer Beendigung der irregulären Situation der Bruderschaft zu kommen.“ (Prof. Georg May)
Zu den von der Piusbruderschaft oft vorgebrachten Schwierigkeiten mit Texten des II. Vatikanischen Konzils ist zu sagen: „Das Konzil ist gültig. Die Gültig-
keit hindert niemanden daran, einzelne Texte ungenau oder unglücklich zu finden. In diesem Fall gilt es, die Schwächen rational aufzuzeigen und zur Klar-
stellung beizutragen.“ Der Konzilspapst Paul VI. selbst hat dem formal höchstrangigen Text des Konzils, der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium
allgemeine Interpretationsgrundsätze beifügen lassen, die einen differenzierten Umgang mit allen Texten dieses Pastoralkonzils ermöglichen.
Ein besonderes Anliegen dieses Papstes ist es auch, die Fixierung der Aufmerksamkeit auf die letzten Jahrzehnte der Kirchengeschichte zu durchbrechen
und die Schätze der ungebrochenen Tradition der Kirche bis zurück zu Christus den Menschen wieder bewusst zu machen.
Die Gegner des Papstes, zu denen innerkirchlich leider sogar prominente Bischöfe gehören, werden nichts unversucht lassen, ihn an der Fortführung
seines klaren Kurses zu hindern.
Umso mehr müssen nun alle glaubens- und kirchentreuen Katholiken diese Versuche zunichte machen, indem sie sich hinter den Papst scharen und ihn
mit Gebet und Arbeit, mit Wort und Tat, nach Kräften unterstützen.
Pro Sancta Ecclesia und Vereinigung der Initiativkreise kath. Laien und Priester Ettringen, den 5. Februar 2009
gez. Dr. Wolfgang Graf, Vorsitzender
Pro Sancta Ecclesia, Postfach 21 06, D-94011 Passau